Elbinsel, 23.08.2019
Wilhelmsburger Kunstbüro und Freunde Wilhelmsburger Kunstbüro und Freunde
 
Dabei spielen sowohl für mich als auch für den Kunstbüro-Verein Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung eine wichtige Rolle. Es geht ums Überleben. Überleben als Mensch. Die materielle Existenz wird vom Staat abgesichert. Bei uns verhungert niemand. Für meine geistige Entwicklung,  für meine Psyche, meine seelischen Befindlichkeiten bin ich selber zuständig. Im weiteren Sinn kann ich dabei in der Kunst viele Anregungen finden.
 
Es kommt darauf an, das richtige Verhältnis der beiden Bereiche: Kunst und sozialer Kontakt, zu finden.  Ich habe, nach 24 Jahren ununterbrochener Aktivitäten, noch nicht die goldene Formel gefunden, um die Bereiche Kunst und „soziale Frage“ unter einen Hut zu bringen. Wahrscheinlich gibt es so eine Formel gar nicht. Jeder muß seinen eignen Weg finden. Wer sich auf Andere einläßt, kann immer wieder Überraschungen erleben. Negative wie positive.
 
In Wilhelmsburg leben viele Menschen, die sich nicht für Kunst interessieren. Sind diese Leute unglücklich? Fehlt ihnen etwas? Sie sind im weiteren Sinn Nutzer von Gebrauchs-Kunst, Konsumenten von Filmen, Büchern, Hörspielen, Videos usw. Es liegt mir fern, sie im Sinne von „Jeder Mensch ist ein Künstler“ missionieren zu wollen.
Was wir als Verein anbieten ist, daß wir die, die zu uns kommen, ernst nehmen.  Darüber hinaus bieten wir an, uns auf ihre Ideen einzulassen. Als eine Art Hilfestellung.  
Für mich sind die Schnittstellen, wo sich im Stadtteil unterschiedliche Haltungen, Interessen und Bedürfnisse berühren, Forschungs-Bereiche. Meine Identität steht auf dem Prüfstand.  
 
24.9.2012
 
 
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